Lernen von Steve Jobs und dem Silicon Valley

Eine Ikone der Unternehmerwelt, auch noch nach seinem Tod, ist sicherlich Steve Jobs. Für viele Geschäftstüchtige, Träumer, Kreative und andere, ist er zum Vorbild geworden. Ob zu Recht, sei einmal dahingestellt, denn sicherlich war auch bei ihm nicht alles golden und glänzend, aber darum soll es hier erst einmal nicht gehen.

Neben Jobs und anderen schillernden Unternehmerpersönlichkeiten, gibt es zudem einen Ort auf dieser Welt, der paradiesisch scheint und eine verzaubernde Wirkung auf Unternehmer hat – das Silicon Valley. Was für die Filmindustrie Hollywood ist, ist für Unternehmer eben dieses „Tal“, in dem offenbar Träume gemacht werden. Hier scheint nichts unmöglich. Alles ist eine Investition wert, hat man es erst einmal hierher geschafft.

Beides kann man kritisch betrachten, was jedoch dem offensichtlichen Erfolg von Jobs als auch der magischen Aura des Silicon Valley keinen Abbruch tun würde, also warum nicht den Fokus darauf richten, was wir von beiden lernen können?

Heute habe ich mal wieder eine Präsentation von Guy Kawasaki gesehen. Guy hat für Steve Jobs gearbeitet und kennt auch das Silicon Valley wie seine Westentasche. Seine Lehren und sein Wissen teilt er in diesem Vortrag. Oder hier, oder hier.
Dabei stellt er vor allem in den Fokus, was er von Jobs gelernt hat und wie das Silicon Valley „tickt“.

Die Zusammenfassung:

Weil auch Deine Zeit kostbar ist hier die wichtigsten Punkte des Vortrags (der Vorträge) zusammengefasst.

Was Guy von Steve gelernt hat und was ich ebenso gerne für mein Denken übernehme:

  1. Was zählt ist Kompetenz. Egal woher du kommst, wie du aussiehst, wer du bist – Steve hat seine Mitarbeiter nach Können beurteilt. Um beurteilen zu können, ob jemand gut arbeitet, etwas kann oder kompetent ist in einem Bereich, muss man sich selbst klar darüber sein, was man erwartet. Zur Kompetenzbeurteilung gehört also schon selbst etwas Ahnung und Selbstreflexion.
  2. Kunden wissen nicht, was sie brauchen. Diesen Gedanken finde ich besonders spannend, denn den meisten Unternehmern wird ans Herz gelegt, dass sie sich an den Wünschen ihrer Kunden orientieren sollen. Sicher richtig, doch schafft man damit neue, innovative Produkte und Dienstleistungen? Wahrscheinlich eher nicht, denn wie Henry Ford schon sagte: „Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt schnellere Pferde.“ Weitere Denken ist also an der Tagesordnung, wenn man wirklich etwas „schaffen“ und nicht (nur) „verbessern“ möchte. Mit beidem kann man jedoch Geld verdienen- „verbessern“ ist also überhaupt nicht abwertend gemeint!
  3. Stecke deine Ziele hoch. Dieses Mantra wurde schon in unserer Familie gelehrt, bevor ich überhaupt etwas von Jobs und Co gehört hatte. Mein Vater war der Meinung, dass wir nur lernen höher zu „springen“, wenn unsere Messlatte entsprechend hoch liegt und wir uns „strecken“ müssen. Ok – ja, die Fallhöhe mag dadurch auch höher werden, aber dieses Risiko lohnt es sich einzugehen.
  4. Weniger ist mehr oder zu viel kann schädlich sein. Das gilt vor allem für reduziertes Design, kurzweilige Vorträge, wenig Text auf Folien und überhaupt das minimieren von Dingen und „Kram“ bei Produkten und Dienstleistungen. Möglichst wenig Ablenkung vom eigentlich Inhalte/Sinn und Kern von allem macht vieles leichter und damit wahrscheinlich auch erfolgreicher. Etwas kompliziert darzustellen und zu erklären ist nicht die Kunst. Wir sind begeistert und beeindruckt von „das hätte mir auch einfallen können„. Tja – hätte, hätte!
  5. Seine Meinung zu ändern ist ein Zeichen von Intelligenz. Diese Aussage finde ich beruhigend und kraftvoll zugleich. Wie oft heißt es, man muss zu seiner Meinung und was-weiß-ich allem stehen um Erfolg zu haben – Pustekuchen! So einfach ist es eben nicht. Wir experimentieren und erfahren neue Dinge. Wir erhalten zusätzliche Informationen und wir entwickeln uns – mit all diesen Veränderungen dennoch stur an etwas festzuhalten, was man mal gedacht, gesagt oder getan hat ist schlichter Irrsinn. Also mehr von „was stört mich mein Geschwätz von gestern“ und „lebe im jetzt
  6. Manches muss man Glauben um es zu sehen. Wir glauben oft nur, was wir sehen. Dazu muss es „DAS“ aber schon geben. Genau umgekehrt wird jedoch ein Schuh daraus, daher sind Visionen auch nicht unbedingt etwas womit man gleich zum Arzt muss.

Was macht das Silicon Valley zur Traumfabrik für Unternehmer? Was passiert dort tatsächlich?

Vorweg sei gesagt- ich habe keine Ahnung – ich war noch nie im Silicon Valley, aber einige meiner Kollegen sehr wohl und deren Meinungen überschneiden sich stark mit der Darstellung von Herrn Kawasaki.

Silicon Valley ist kein allwissender, magischer, Kristallkugel-Ort, an dem Menschen in die Zukunft blicken können und daher mehr Wissen oder es „besser“ wissen als Menschen sonst auf der Welt. Doch die grundlegende, kollektive Einstellung zu Ideen, Unternehmen und Ausrichtung scheinen anders zu sein und sind daher ein guter „Beweis“ was „Einstellung“ bewegen bzw. bewirken kann.

Silicon Valley Denke – und was man sich vielleicht abschauen kann:

Wir tun so – bis wir es tatsächlich so tun.

Ein Konzept das zwar vielen verlogen und falsch erscheinen mag, jedoch häufig auch eine funktionierende Methode ist. So zu tun als habe man oder sei man schon etwas das man haben/sein will, klingt komisch? Tja, mag sein, aber oftmals funktioniert es tatsächlich. Ein häufig genanntes Beispiel ist: Lächle, wenn es dir schlecht geht und wenn du das lange genug machst, kannst du rein biologisch keine schlechte Laune mehr haben. Wie das? Deine Mundwinkel bewegen Muskeln, Muskeln bewegen Zellen, Zellen schütten Botenstoffe aus usw. Alles gelogen? Mag erst mal sein, aber die resultierende gute Laune ist echt und warum dann nicht eine Brücke nutzen, um dich so zu fühlen wie du dich am Ende fühlen möchtest, statt dauer-ehrlich im Tal der Tränen zu versauern?

Wir vergeben Fehler.

Fehler passieren. Auch den Besten. Auch Profis. Fehlentscheidungen, falsches Timing – manchmal geht eben etwas schief. Dabei ist klar zu unterscheiden, dass Fehler denen verziehen werden, die alles versucht haben. Fehler kosten Geld, Zeit, Energie und Kraft sodass sie sicherlich nicht etwas sind, was man einfach so hinnimmt. Sollte man auch nicht – dennoch passieren sie und dann geht man eben damit um, lernt, blickt nach vorn und gibt sich beim nächsten Mal wieder (mehr) Mühe.

Wir hassen Bürokratie.

Davon kann man sich auch im oftmals über-bürokratischen Deutschland eine Scheibe abschneiden. Auch wenn wir hier viele Regelungen haben und viele Ideen schon im Keim zu ersticken drohen, weil sie nicht in unser System passen glaube ich trotzdem, dass viel mehr möglich ist, wenn man die richtige Motivation und den passenden Antrieb hat. Manches lohnt sich zu probieren, statt im vorauseilenden Gehorsam erst gar nicht zu starten, weil das bürokratische „wie“ nicht gleich geklärt ist.

Wir bauen was wir nutzen wollen und glauben an unsere Veränderungskraft.

Etwas auszuhalten, durchzustehen und zu verfolgen, auch wenn es schwierig wird kann man eigentlich nur, wenn der Antrieb entsprechend hoch ist. Dazu reicht „Geld“ als potenzieller Anreiz den wenigsten Menschen aus. (Gerade wenn man darauf auch entsprechend Jahre lang warten muss!) Es ist also wichtig sich einem Projekt zu verschreiben und an etwas zu arbeiten, was einem selbst hilft, was man selbst nutzen möchte und was man selbst kaufen würde, weil man einen (Mehr)Wert darin sieht. Einfach auf einen Trend-Zug aufzuspringen kann ganz schön ernüchternd sein. Mit Hingabe verändert man seine Welt aber, auch die Welt von anderen und dieser Gedanke trägt viele Unternehmer weit über ihre Grenzen hinaus – auch wenn es erst mal keine Kohle dafür auf dem Konto gibt.

Was hast du zu verlieren?

Ziele hoch, sei kompetent, tu‘ erst mal als ob“ und hab keine Angst deine Meinung zu ändern – sei du und gib dich deiner Idee hin. Am Ende wird man dir etwaige Fehler verzeihen und du wirst mehr Spaß im Leben haben. Was hast du also zu verlieren? Trau dich.

Lebe nach deiner Vorstellung  …. denn für alles andere ist das Leben zu kurz.
Katharina